In Sławków in Schlesien beginnt eine strategische Investition, die die Position Polens auf der logistischen Landkarte Europas grundlegend verändern könnte. Der Ausbau des Euroterminals soll diesen Standort in den größten Trockenhafen Europas verwandeln und Polens Position im internationalen Handel erheblich stärken.
Das Projekt sieht eine nahezu Verdoppelung der derzeitigen Umschlagkapazitäten des Terminals vor – von etwa 285 Tausend auf über 500 Tausend Container (TEU) pro Jahr. Dieser Umfang des Ausbaus ist das Ergebnis der Zusammenarbeit der Agencja Rozwoju Przemysłu mit Industriepartnern, die Gesamtinvestitionen von über einer Milliarde Euro planen.
Die Lage des Euroterminal Sławków – an der Schnittstelle zwischen Breitspur- und Normalspurstrecken – macht ihn zu einem idealen Ort für die Abwicklung von Gütern, die per Bahn zwischen dem Fernen Osten und Asien sowie Westeuropa u.a. über die Ukraine transportiert werden. Darüber hinaus fügt sich das Terminal auch in das europäische Verkehrssystem auf der Nord-Süd-Achse ein, was seine strategische Bedeutung erhöht.
Eines der Hauptziele der Investition ist es, Polen auf die logistischen Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Wiederaufbau der Ukraine vorzubereiten. Das Terminal in Sławków soll als zentraler Umschlagpunkt in diesem Teil Europas fungieren und ein wichtiges Glied in der Lieferkette für Materialien und Güter bilden, die für den Nachkriegswiederaufbau des Nachbarlandes erforderlich sind.
Die Behörden betonen zudem die Bedeutung der Aufrechterhaltung der polnischen Kontrolle über die strategische Logistikinfrastruktur. Die Sicherstellung der nationalen Aufsicht über das ausgebaute Terminal soll garantieren, dass Polen der Hauptnutznießer der wirtschaftlichen und operativen Vorteile der neuen Investition ist.
Während der Pressekonferenz am Montag in Sławków betonte Premierminister Donald Tusk: "Wenn wir von Zehntausenden, Hunderttausenden Millionen Złoty sprechen, die die Welt, Europa und die Ukraine für den Wiederaufbau der Ukraine ausgeben werden, dann bauen wir diesen Logistikknotenpunkt, dieses logistische Herz Europas, unter anderem deshalb aus, damit Polen daran verdienen kann. Es ist nichts Schlechtes daran zu sagen: Ja, wir wollen mit dem Wiederaufbau der Ukraine viel Geld für Polen verdienen. Wir wollen helfen, aber wir wollen auch daran verdienen. Und dafür wird dieser besondere Hub, dieser besondere Trockenhafen benötigt"